Geht nicht gibt’s selten - Pelletlager in besonderen Gebäudesituationen

Die Meinung, dass sich Holzpelletlager nur unter bestimmten Gegebenheiten realisieren lassen, scheint sich mitunter hartnäckig zu halten. In ungewöhnlichen Situationen ist jedoch oft ein Gewebesilo aus hochfesten, technischen Textilien die beste Lösung. Es lässt sich nämlich leicht in Einzelteilen durch normale Türen transportieren und auf kleinstem Raum aufbauen.  

Welche Lagerorte gibt es innerhalb und außerhalb von Gebäuden ?

Ungewöhnliche Pelletlager

Fünf ungewöhnliche Lagerorte

Ein einzelnes Pellet mutet winzig und federleicht an. Doch pro Kubikmeter kommen sie auf ein Schüttgewicht von bis zu 750 kg. Ein gewöhnliches Einfamilienhaus-Pelletlager fasst rund fünf Tonnen Pellets. Das drückt auf die Seitenwände und den Boden. Da Dachböden üblicherweise keine senkrechten Seitenwände haben, ist es hier nur schwer möglich, Pelletbunker einzubauen.
Möglich sind dann aber immer noch Silolösungen aus technischen & hochfesten Geweben, selbst große.
Ein Statiker muss jedoch auf jeden Fall hinzugezogen werden.
Es sind auch schon einige Silos auf Dachböden aufgestellt. Um die Last abzuleiten, wurden z. B. in einem zweigeschossigen Gebäude die beiden Dachboden-Silos auf eine T-Träger-Unterkonstruktion aufgesetzt. Die Trägerkonstruktion leitet die Last auf Mauern und Stützen ab und verhindert einen Durchbruch der Decke.
Wie ein solches Lager befüllen? Waagerechte Befüllleitungen sind die Regel, aber senkrechte? Selbstverständlich darf der außen angesetzte Befüllstutzen sich nicht in 8 m Höhe befinden, sondern ebenerdig, damit der Tankwagen ihn erreichen kann. In der Praxis zeigt sich, dass Einblashöhen von 8 – 15 m keine Schwierigkeit darstellen und solche Lager schon praxistauglich befüllt werden. Das gilt auch für den Einblasdruck: Den Gegebenheiten vor Ort passt man die Förderluft an. Durch Gewebesilos entweicht sie dann staubfrei wieder.

Dass Wasser Sägespäne quellen lässt, ist keine Neuigkeit. Der Gedanke, Holzpellets in feuchten Kellern zu lagern, scheint deshalb absurd. Feuchte Pellets sind als Brennstoff nicht nur unbrauchbar, sondern verstopfen im schlechtesten Fall auch die Fördereinrichtungen der Pelletheizung. Eine normale Luftfeuchtigkeit, wie sie witterungsbedingt in Räumen auftritt, schadet den Pellets aber nicht.
Trotzdem müssen Pelletlager während des ganzen Jahres trocken sein. Im Neubau sollten Böden und Wände gut austrocknen, bevor man ein Pelletlager installiert. Der DEPV empfiehlt bei auch nur zeitweiligen feuchten Wänden, Fertiglager einzusetzen oder einen fachgerechten Feuchtigkeitsschutz herzustellen. Beispielsweise hinterlüftete Vorwandschalungen sind hier möglich. In der Praxis zeigt sich aber oft, dass die Kosten für einen fachgerechten Feuchtigkeitsschutz in Bunkerlagern nicht wirtschaftlich sind und sie somit nicht in Frage kommen, Silolösungen aber schon. Denn das Gewebe der Silos ist atmungsaktiv.

Niedrige Räume unter 2 m sind immer eine Herausforderung. Bei 1,60 m und darunter wird es noch schwieriger, ein vernünftiges Pelletlager (egal ob Selbstbau oder Fertiglager) zu errichten, da die Tonnage dann sehr gering ausfällt. Das ist für den kleinen Kesselleistungsbereich noch in Ordnung, aber nicht mehr bei Kesseln ab 20 kW.
Dazu ein Rechenbeispiel:
Eine Vollraumlösung wie ein Modulsilo von A.B.S. wäre hier geeignet. Der Siloauslauf ist durch die Module größer und das Silo hat daher eine geometrisch andere Form.
Durch die 4 Entnahmestellen wird das nutzbare Volumen um rund 60 Prozent erhöht. Die Entnahme erfolgt per Saugsonden in Kombination mit einer manuellen oder automatischen Umschalteinheit. 

Aber auch ein Trogsilo mit Zugfedern an den Seiten wäre hier denkbar. Bei voller Befüllung ist hier, durch das Gewicht der Pellets und die Ausdehnung der Federn, der vorhandene Raum maximal ausgenutzt. Bei schwindender Füllmenge und Last nimmt das Silo durch die Federn dann wieder eine eher konische Form an, die Restmengen am Boden verhindert.

Wenn innen der Platz nicht reicht oder fehlt, kann eine Außenlagerung sinnvoll sein. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Es gibt da zum einen den Erdtank, der aber mit aufwändigen Tiefbauarbeiten verbunden ist. Auch Außensilos aus Stahl oder Glasfaserkunststoff (GfK) sind hier eine Option. Hier entfallen zwar die vorgenannten Tiefbauarbeiten, aber Feststoffsilos benötigen ein Fundament aus Beton.

Es gibt aber auch Gewebesilos für den Außenbereich. Man muss sie natürlich zuverlässig vor Witterungseinflüssen wie Regen, Schnee und UV-Strahlung schützen. Dies ist durch eine verzinkte Stahlkonstruktion, eine Ummantelung und eine Dachabdeckung aus beschichtetem Polyestergewebe möglich. Anders als in Feststoffsilos findet hier eine Luftumspülung zwischen Gewebesilo und Außenhülle statt, sodass sich kein Kondenswasser bei Temperaturschwankungen bilden kann. Aber auch eine Umhausung, etwa eine Hütte oder ein Carport, schützt Gewebesilos im Außenbereich.

In Gebirgen oder Wohngegenden mit engen Straßen ist manchmal die Anlieferung von Pellets mit dem Tankwagen erschwert oder unmöglich. Damit das Heizen dennoch einigermaßen bequem bleibt, macht es Sinn, den Pelletvorrat anstatt in den Tagesbehälter des Kessels in ein Minisilo zu füllen.

Diesen Beitrag hat uns der Pelletlagerhersteller A.B.S. Silo- und Förderanlagen GmbH zur Verfügung gestellt.