ENplus-zertifizierte Pellethändler in Deutschland

Am 03.02.2022 veröffentlichten der DEPV (Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V.) zusammen mit dem DEPI (Deutsches Pelletinstitut) die Karte der zertifizierten Pellethändler.  

Zertifizierte Pellethändler in Deutschland – Quelle: Deutscher Energieholz- und Pellet Verband e.V. DEPV), Stand Februar 2022

Allgemeine Anforderungen

Voraussetzung für den Erhalt der ENplus-Zertifizierung, sind diese Anforderungen an die technischen Einrichtungen und Betriebsabläufe von Pellethändlern:

Qualitätssicherung

Zertifizierte Händler brauchen ein System zur Eigenüberwachung der Pelletqualität. Alle Testmethoden werden im Rahmen der jährlichen Inspektion durch Vergleichsmessungen überprüft. Die Kontrollen erfolgen nach einem Überwachungsplan. Die Durchführung und die Ergebnisse müssen dokumentiert werden.
Diese Kontrollen sind mindestens einmal pro Woche notwendig:

Absackanlagen müssen mindestens einmal pro Tag kontrolliert werden. 

Rückstellproben

Eine wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung sind die Rückstellproben. Nur so sind Beschwerden von Kunden wegen der Pelletqualität nachweisbar zu überprüfen. Bei jeder Beladung eines Lieferfahrzeugs ist während des Beladungsvorgangs eine Pelletprobe von mindestens 500 g zu entnehmen.

Die Proben müssen für mindestens neun Monate unter geeigneten Bedingungen archiviert werden. Sie müssen versiegelt (z. B. unter Verwendung von Beuteln mit selbstverklebendem Verschluss) und mit den folgenden Informationen beschriftet werden:

Inspektionen

Vor der Erteilung des Zertifikats führt das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) eine Erstinspektion durch.  Dort prüft das DEPI die technische Ausrüstung wie z.B. die Lieferfahrzeuge. Weitere Prüfpunkte der Erstinspektion sind: interne Qualitätssicherung, Lieferdokumentation, Produktkennzeichnung und das Beschwerdemanagement. Händler die keinen direkten Kontakt zur Ware haben, weil sie z.B. bei Sackware ohne eigene Absackstation oder Pellets ohne Lager und Lieferfahrzeuge verkaufen, bekommen eine Ferninspektion von einem Auditor des DEPI. Pellethändler mit eigener Absackstation brauchen zwingend eine jährliche Vor-Ort-Inspektion inklusive einer Probenentnahme zur Bestimmung des Feinanteils. Anschließend prüft das DEPI den Inspektionsbericht. Sind die Anforderungen des Unternehmen erfüllt, erhält er einen Konformitätsbericht und das Zertifikat. Das Zertifikat hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Zeichennutzung

Zur klaren Erkennbarkeit erhält jeder zertifizierte Händler ein eigenes Zertifizierungszeichen.  Damit das Zertifizierungszeichen korrekt verwendet wird, muss auch jeder Händler in der Bereitstellungskette mit direktem Kontakt zu den Pellets nach den Anforderungen von ENplus zertifiziert sein. Händler, die keinen direkten Kontakt zur Ware haben und/oder Sackware ohne eigenes Zertifizierungszeichen auf dem Markt anbieten, müssen nicht zertifiziert sein. Händler, die lose Ware ohne direkten Kontakt an Endkunden verkaufen, brauchen einen Unterlizenzvertrag.  Der Handel mit ENplus-gekennzeichneter Pellet-Sackware ist ohne extra Zertifizierung erlaubt. Die ENplus-Identifikationsnummer des Pelleterstellers muss auf dem Pelletsack sichtbar sein.